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Ein Exkurs in die Vergangenheit

November 30, 2020

 

Hallo, ihr Lieben!

Heute gibt es mal einen Beitrag der etwas anderen Art von mir. Auf Instagram wurde ich vor Kurzem gefragt, wie bei mir alles begann und ob ich mal ein „frühes Werk“ von mir zeigen kann. Ich habe das ein wenig vor mir hergeschoben, aber heute löse ich mein Versprechen ein.

Ich wurde Ende 1998 mit dem Stempelvirus infiziert, als ich meine neue Arbeit als Erzieherin an einer „Schule zur individuellen Lebensbewältigung“ antrat. Eine Kollegin eröffnete mir die Welt der Stemplerei und seitdem kann ich mir ein Leben ohne Kreativität nicht mehr vorstellen. Ich fing an, wie jeder anfängt: Papier, Stempelfarbe, Stempel! Einfache Abdrücke auf Papier, Kolorieren, erste Karten verschicken… In diesem Hobby habe ich meinen Ausgleich gefunden, habe andere kreative Köpfe kennen gelernt, mich mit ihnen ausgetauscht und von Anfang an unglaublich viel Spaß gehabt. Das ist nun mehr als 20 Jahre her und seitdem ist viel passiert. Anfangs gab es noch keine Stanzmaschinen, keine Stanzformen (wenn überhaupt, dann nur einfache Handstanzen) – jedenfalls nicht hier. Ich habe ALLES mit der Schere oder mit dem Cuttermesser ausgeschnitten… Von Stampin’Up! habe ich mal etwas gehört, aber das war weit weg – es gab sie ja noch nicht in Deutschland. Auch andere wunderschöne Motivstempel konnte man nur über den großen Teich erwerben, aber da ich meine Begeisterung für das Stempeln einfach nicht auf das Angebot hier beschränken wollte, habe ich sie in den USA bestellt. Meine absolute Leidenschaft galt damals den Stempeln von „Stamps Happen“ – noch immer werde ich etwas wehmütig, wenn ich die Motive sehe.

Dies ist eine Karte, die ich von damals noch habe – sie ist Ende 2001 entstanden. Es ist das einzige „frühere Werk“ von mir, das ich noch besitze. Ich habe damals auch keine Fotos von meinen Karten gemacht: ich habe sie gebastelt und verschickt. Oder eben behalten, so wie diese hier. Sie war mir immer zu schade zum Weggeben. Den Stempel habe ich schon lange nicht mehr…

 

 

Die Schneemänner sind mit schwarz gestempelt und mit schwarzem Embossingpulver embosst. Koloriert habe ich damals mit Tombow-Stiften und einem Pinsel mit etwas Wasser. Die Schneemänner sind in 3 Ebenen aufgebracht: ausgeschnitten habe ich mit einem präzisen Bastelmesser.

 

 

Durch eine berufliche Weiterbildung musste ich mein Hobby leider längere Zeit zurückstellen, aber aufgehört habe ich nie; es war mir immer wichtig, einen Ausgleich zu haben und durch das Kreativsein konnte ich in dieser turbulenten Zeit auch mal abschalten.

Als dann mein großer Sohn auf seinen 18. Geburtstag zusteuerte, wollte ich ihm etwas ganz Besonderes schenken und kam so zum Scrapbooking. Das war 2009 und innerhalb kürzester Zeit habe ich seine 18 Jahre in 6 dicken Alben zusammengefasst. Das war ein echter Kraftakt, weil ich das Ganze wirklich unterschätzt hatte und mir „nur“ 6 Monate Zeit blieben; zumal ich, wie gesagt, keine Stanzmaschine hatte und alles mit der Hand schneiden musste. Auch die Fotoauswahl war durch das Sichten der Negative für die erste Hälfte seines Lebens nicht von Vorteil; die digitale Fotografie kam erst später. Aber mit der Unterstützung meiner Familie habe ich es geschafft. Marlin war damals noch klein und ich in Elternzeit zu Hause. Durch dieses kontinuierliche Arbeiten an einem Großprojekt habe ich mich immer mehr verbessert, neue Techniken kennen gelernt und man kann an den Alben meines Sohnes meine eigene Entwicklung deutlich sehen.

Bis zum nächsten Großprojekt, dem 18. Geburtstag meiner Tochter 4 Jahre später, war ich Mitglied in mehreren Designteams, unter anderem bei der Scrapbook Werkstatt. Schon damals kam ich immer öfter mit Stampin’Up! in Berührung und habe 2011 auch schon ernsthaft mit dem Gedanken gespielt, selbst Demo zu werden; leider war es zu der Zeit noch nicht möglich, neben der Tätigkeit als SU-Demonstratorin auch in anderen Designteams aktiv zu sein. So entschied ich mich (leider) dagegen.

Vor knapp 4 Jahren habe ich den Schritt dann doch gewagt und es nie bereut. Ganz im Gegenteil: schade, dass ich es nicht schon früher gemacht habe…

So habe ich mein Hobby ein Stück weit zu meinem Beruf gemacht. Als diese Karte entstand, hätte ich damit nie gerechnet.

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Obwohl es heute mal nur um mich ging, habt ihr tatsächlich durchgehalten und bis hierhin gelesen. Vielen Dank dafür! Ich hoffe, meine Kreativität auch weiterhin so leben zu können; die schönsten Erfahrungen für mich sind die gemeinsamen. Ich freue mich auf die Zeit nach all den Restriktionen, auf das Basteln in Gesellschaft und all die persönlichen Kontakte, die jetzt nur virtuell stattfinden können.

Alles Liebe,

Anja

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